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Baufirma Insolvenz: Lachinger GmbH startet Sanierungsverfahren

Die Lachinger GmbH aus Oberhofen am Irrsee ist insolvent: rund 3,8 Millionen Euro Verbindlichkeiten, 50 Beschäftigte betroffen, Sanierung beantragt.

Baukurier Redaktion · 4. November 2026

Unfertiger Ziegelrohbau eines Einfamilienhauses mit Gerüst und Baustoffpaletten an einem Herbsttag, im Hintergrund ein SeeKI-Bild
KI-generiertes Symbolbild

Die Lachinger GmbH aus Oberhofen am Irrsee (Bezirk Vöcklabruck) ist insolvent. Das Landesgericht Wels hat am Dienstag, 3. November 2026, auf Antrag des Unternehmens ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Die Verbindlichkeiten liegen laut KSV1870 bei rund 3,8 Millionen Euro, betroffen sind 50 Beschäftigte. Ein Sanierungsverfahren bedeutet nicht das Ende: Die Firma bietet ihren Gläubigern einen Sanierungsplan an, über den im Februar abgestimmt wird.

Die Eckdaten des Verfahrens

PunktAngabe
UnternehmenLachinger GmbH, Oberhofen am Irrsee
TätigkeitBauunternehmen, vor allem privater Hausbau
VerfahrenSanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung, Eigenantrag
GerichtLandesgericht Wels
Passivarund 3,8 Millionen Euro
Beschäftigte50
Angebot an die Gläubiger20 Prozent Quote, zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme
Anmeldefristbis 14. Jänner 2027
Gläubigerversammlung28. Jänner 2027
Abstimmung über den Plan25. Februar 2027

Die Salzburger Nachrichten sprechen von knapp vier Millionen Euro, Heute nennt 3,816 Millionen Euro. Ein Wert für das Vermögen steht in den vorliegenden Berichten nicht. Wie es für die Beschäftigten weitergeht, ist laut den Berichten noch offen.

Die Gründe laut Insolvenzantrag

Die Firma nennt im Antrag drei Ursachen, die der KSV1870 wiedergibt:

  • Umsatzeinbrüche: Vor allem der private Hausbau ging stark zurück.
  • Zinsen: Das Zinsumfeld hat sich verändert, die Zinsen sind gestiegen.
  • Teuerung: Material- und Betriebskosten stiegen weiter.

Ob der Betrieb weiterläuft, ist noch nicht entschieden. Der KSV1870 Linz formuliert es so: "Der eingesetzte Insolvenzverwalter wird prüfen, ob und in welchem Umfang eine Fortführung des Unternehmens möglich ist."

Was "ohne Eigenverwaltung" bedeutet

Bei dieser Verfahrensart übernimmt ein vom Gericht bestellter Masseverwalter die Geschäftsführung und prüft, ob der Sanierungsplan erfüllbar ist. Die gesetzliche Mindestquote liegt bei 20 Prozent, zahlbar in längstens zwei Jahren. Mit Eigenverwaltung wären es mindestens 30 Prozent.

Der Plan braucht eine doppelte Mehrheit: die Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Gläubiger, die zugleich mehr als die Hälfte der Forderungen vertritt. Bei Annahme bestätigt das Gericht den Plan und hebt das Verfahren auf. Scheitert er, folgt ein Konkursverfahren mit Verwertung des Vermögens.

Kein Einzelfall im Wohnbau

Erst im Oktober traf es die Müller Wohnbau GmbH aus Altach, einen Bauträger. Am Landesgericht Feldkirch wurde auf eigenen Antrag ein Konkursverfahren eröffnet, die Passiva liegen laut Gläubigerschützern bei rund 9,83 Millionen Euro. Genannt werden die Flaute im privaten Wohnbau und die Folgen der Insolvenz der Schwesterfirma Müller Bau GmbH & Co KG. Eine Sanierung ist dort nicht vorgesehen, Beschäftigte gibt es keine mehr. Ein weiterer aktueller Fall steht in unserem Überblick Baufirmen-Pleiten 2026.

Die Branchenzahlen unterscheiden sich je nach Zählung:

QuelleZeitraumFälle im BauVeränderung
KSV1870 (Hochrechnung)1. bis 3. Quartal 2026719minus 0,3 %
Creditreform1. bis 3. Quartal 2026666plus 2,8 %

Beim KSV1870 liegt der Bau damit auf Platz zwei hinter dem Handel. Creditreform zählt 27,6 Insolvenzen je 1.000 Bauunternehmen, der Schnitt aller Branchen liegt bei 13,9.

Auch die Daten von Statistik Austria zeigen den schwachen Hausbau. Für 2025 wurden nach vorläufigen Werten 10.062 Wohnungen in neuen Ein- und Zweifamilienhäusern bewilligt. Das sind 8,2 Prozent mehr als 2024, aber rund 40 Prozent weniger als 2015 mit 16.829. Zugleich steigen die Kosten: Der Baukostenindex für den Wohnhaus- und Siedlungsbau lag im September 2026 vorläufig 5,7 Prozent über dem Vorjahresmonat. Mehr dazu in der Analyse zur Bauwirtschaft 2026.

Was Gläubiger jetzt wissen sollten

  • Ediktsdatei prüfen: Verfahren und Anmeldefrist stehen in der Insolvenzdatei der Justiz, die Einsicht ist kostenlos.
  • Forderung anmelden: Die Anmeldung geht an das Insolvenzgericht, mit Aktenzeichen, Rechtsgrund wie dem Werkvertrag und Rechnungskopien.
  • Kosten beachten: Laut Wirtschaftskammer kostet die Anmeldung 33 Euro. Eine verspätete Anmeldung ist möglich, die Mehrkosten trägt aber der Gläubiger.

Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Wer einen laufenden Bauvertrag oder offene Forderungen hat, sollte sich an einen Rechtsanwalt oder einen Gläubigerschutzverband wenden. Weitere Meldungen finden Sie in der Rubrik Baufirma Insolvenz.

Häufige Fragen

Ist die Lachinger GmbH geschlossen?

Das steht nicht fest. Eröffnet wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Laut KSV1870 prüft der Insolvenzverwalter, ob und in welchem Umfang eine Fortführung möglich ist.

Bis wann können Gläubiger ihre Forderung anmelden?

Laut den Berichten bis 14. Jänner 2027 beim Landesgericht Wels. Verbindlich sind die Angaben in der Ediktsdatei der Justiz.

Was passiert, wenn die Gläubiger den Sanierungsplan ablehnen?

Dann kann das Verfahren in ein Konkursverfahren übergehen, in dem das Vermögen verwertet wird. Die Abstimmung ist für 25. Februar 2027 angesetzt.

Quellen

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