Bauwirtschaft Österreich 2026: Tiefpunkt und steigende Baukosten
KI-BildÖsterreichs Baubranche erreicht 2026 voraussichtlich ihren Tiefpunkt, und die Erholung fällt schwach aus. Das reale Bauvolumen sinkt laut EY-Parthenon von 58,7 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf 51,7 Milliarden Euro im Jahr 2026. Bis 2028 sollen es nur rund 52 Milliarden werden. WIFO-Chef Gabriel Felbermayr erwartet auch für 2026 eine schrumpfende Wertschöpfung am Bau.
Wo die Branche steht
| Bereich | 2021 | 2025 | Ausblick |
|---|---|---|---|
| Bauvolumen gesamt | 58,7 Mrd. Euro | 51,9 Mrd. Euro | 2026: 51,7 Mrd. Euro |
| Hochbau | 50,6 Mrd. Euro | 43,3 Mrd. Euro | 2028: 43,9 Mrd. Euro |
| Neubau im Hochbau | 35,4 Mrd. Euro | 27,9 Mrd. Euro | 2026: plus 0,6 % |
| Infrastruktur | rund 8,0 Mrd. Euro | 8,6 Mrd. Euro | 2028: rund 8,1 Mrd. Euro |
Alle Werte sind real zu Preisen von 2025 und stammen aus einem Modell von EY-Parthenon. Die tatsächliche Entwicklung kann abweichen.
Erste Lichtblicke
Die Auftragsreichweite im Baugewerbe stieg im ersten Quartal 2026 auf 15 Wochen, 2025 waren es 13. Der Saldo der Auftragserwartungen verbesserte sich von minus 37 Prozent (2024) auf minus 4 Prozent (2026). EY sieht darin Stabilisierung, aber noch keine Trendwende.
Bei den Wohngebäuden gab es 2025 rund 11.000 Baubewilligungen. Das ist etwas mehr als 2024, aber nur rund die Hälfte des Höchststands von etwa 23.000 aus dem Jahr 2021. Die monatlichen Neukredite für Wohnbau stiegen laut WIFO von rund 1 Milliarde Euro 2024 auf 1,5 Milliarden Euro 2025.
Sanierung trägt, schwächelt aber heuer
Die Renovierung lag 2025 mit 15,4 Milliarden Euro fast auf dem Niveau von 2021. Für 2026 erwartet EY jedoch ein Minus von 1,9 Prozent. Hier dürfte das Auslaufen der Bundesmittel eine Rolle spielen, die 2026 früh ausgeschöpft waren. Für 2027 stehen mit der Sanierungsoffensive wieder 500 Millionen Euro bereit.
Baukosten: Prognose des WIFO
| Sparte | 2026 | 2027 |
|---|---|---|
| Wohnhaus- und Siedlungsbau | plus 4,1 % | plus 1,7 % |
| Straßenbau | plus 6,8 % | plus 3,1 % |
| Brückenbau | plus 4,8 % | plus 0,8 % |
Haupttreiber ist laut WIFO der Materialkostenanstieg infolge des Energiepreisschocks durch den Iran-Krieg. Die Lohnkosten steigen um rund 3,3 Prozent (2026) und 3,0 Prozent (2027). Im Risikoszenario fallen die Zuwächse höher aus, im Straßenbau etwa 8,0 Prozent für 2026.
Wien im Detail
In Wien sank die abgesetzte Produktion 2025 um 0,7 Prozent, österreichweit gab es ein Plus von 0,4 Prozent. Die Auftragseingänge fielen in Wien um 8 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Baustellen 2025 um 6 Prozent und im ersten Quartal 2026 um 11,7 Prozent. Die Geschäftserwartungen fielen im April 2026 aber auf minus 21 Punkte. Das WIFO bleibt vorsichtig: "Ein starker Aufschwung mit hohen Wachstumsraten erscheint daher weiter unwahrscheinlich."
Was das für Bauherren heißt
Viele Betriebe suchen Aufträge, die Materialpreise steigen aber wieder. Festpreise und Gültigkeitsdauer im Angebot werden wichtiger. Prüfen Sie auch die Bonität der Firma: Die Zahl der Bauinsolvenzen bleibt hoch.
Häufige Fragen
Wie geht es der Bauwirtschaft in Österreich?
Laut EY-Parthenon sinkt das reale Bauvolumen 2026 auf 51,7 Milliarden Euro, 2021 waren es 58,7 Milliarden. Für 2028 wird nur eine leichte Erholung auf etwa 52 Milliarden erwartet.
Wie stark steigen die Baukosten?
Das WIFO erwartet im Wohnhaus- und Siedlungsbau plus 4,1 Prozent für 2026 und plus 1,7 Prozent für 2027.
Warum steigen die Baukosten wieder?
Das WIFO nennt vor allem höhere Materialkosten durch den Energiepreisschock infolge des Iran-Kriegs. Dazu kommen Lohnkostensteigerungen von rund 3 Prozent pro Jahr.



