Baubewilligungen 2025: Tiefstand trotz höherer Wohnbauförderung
KI-BildÖsterreichs Wohnbau steckt weiter im Tief: 2025 wurden rund 47.800 Wohneinheiten in neuen und bestehenden Gebäuden bewilligt, um 3 Prozent weniger als 2024 und ein Drittel unter dem Zehnjahresschnitt. Die Ausgaben der Wohnbauförderung stiegen im selben Jahr um 7 Prozent auf 2,68 Milliarden Euro. Für 2026 erwarten die Studienverantwortlichen laut Prognose einen weiteren Rückgang um 7 bis 8 Prozent.
Die Zahlen stammen aus der Wohnbauförderungsstatistik 2025, die der Fachverband der Stein- und keramischen Industrie gemeinsam mit dem Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) erstellt und am 28. Oktober 2026 veröffentlicht hat.
Die wichtigsten Zahlen für 2025
| Kennzahl | Wert 2025 | Einordnung |
|---|---|---|
| Bewilligte Wohneinheiten | 47.800 | minus 3 Prozent, ein Drittel unter dem Zehnjahresschnitt |
| Bewilligungen in neuen Gebäuden | 31.979 (Statistik Austria) | 42 Prozent unter dem Zehnjahresschnitt |
| Geförderte Wohneinheiten | 19.800 | plus 3 Prozent, 13 Prozent unter dem Zehnjahresschnitt |
| davon Geschoßwohnbau | 14.600 | leicht unter dem Vorjahr |
| davon Eigenheime | 5.200 | rund ein Drittel mehr |
| Ausgaben Wohnbauförderung | 2,68 Mrd. Euro | plus 7 Prozent, seit 2022 plus 41 Prozent |
| Sanierung, Länder und Bund | 2,3 Mrd. Euro | knapp das Zweieinhalbfache des Zehnjahresschnitts |
Statistik Austria nennt leicht abweichende, noch vorläufige Werte: 47.636 Wohnungen inklusive An-, Auf- und Umbauten, das sind 3,7 Prozent weniger als 2024. In neuen Gebäuden waren es 31.979 Wohnungen, ein Minus von 7,1 Prozent. Im Rekordjahr 2017 lag dieser Wert laut Immobilien Redaktion noch bei 72.756.
2026 bisher: minus 7,7 Prozent pro Quartal
Die laufenden Daten bestätigen den Trend vorerst. Im ersten Quartal 2026 wurden 11.804 Wohnungen bewilligt, im zweiten Quartal 11.316. Beide Werte liegen laut Statistik Austria und Immobilien Redaktion um 7,7 Prozent unter dem jeweiligen Vorjahresquartal. Die Daten sind vorläufig, die Zahlen zum dritten Quartal folgen am 8. Jänner 2027.
Der Rückgang trifft nicht alle gleich. Im ersten Quartal stiegen die Bewilligungen bei Ein- und Zweifamilienhäusern laut Immobilien Redaktion um 9,8 Prozent auf 2.718 Wohnungen. Im Mehrgeschoßbau fielen sie um 17,1 Prozent auf 4.968. Auch die Studienverantwortlichen sehen den freifinanzierten Geschoßwohnbau besonders betroffen.
Bei den Prognosen für das Gesamtjahr gehen die Angaben auseinander:
- IIBW und Fachverband: minus 7 bis 8 Prozent
- Branchenradar laut Börse Express (28. Oktober): minus 5 Prozent bei den Genehmigungen, minus 12 Prozent bei den Baubeginnen
- Branchenradar laut Immobilien Redaktion (13. Oktober): rund 36.700 Wohneinheiten in neuen Gebäuden, das wäre ein Plus von rund 15 Prozent
Die beiden Branchenradar-Angaben passen nicht zusammen, die Originalstudie lag uns nicht vor. Eine breite Trendwende hält das Institut laut Börse Express ab 2028 für möglich.
Große Unterschiede zwischen den Bundesländern
Österreichweit kamen 2025 auf 1.000 Einwohner 3,5 Wohnungsbewilligungen. Die Bandbreite ist groß:
| Bundesland | Bewilligungen je 1.000 Einwohner |
|---|---|
| Tirol | 6,2 |
| Burgenland | 4,9 |
| Vorarlberg | 4,8 |
| Wien | 4,4 |
| Salzburg | 2,7 |
| Steiermark | 2,6 |
| Kärnten | 2,4 |
| Niederösterreich | 2,2 |
Für Oberösterreich enthalten die uns vorliegenden Berichte keinen Wert.
Warum mehr Förderung den Rückgang nicht aufhält
Fachverbandsobmann Robert Schmid sagt, „auch für 2026 ist keine Trendwende in Sicht“. Die höheren Ausgaben seien ein Bekenntnis von Bund und Ländern. Den Rückgang im freifinanzierten Bereich könne die Förderung aber nicht vollständig ausgleichen, dafür brauche es unter anderem bessere Finanzierungsbedingungen. Studienautor Wolfgang Amann vom IIBW hält zudem die angekündigte Wohnrechtsnovelle mit Dekarbonisierungspaket und Sanierungsschwerpunkt für dringend nötig.
Weitere Bremsen nennt Andreas Kreutzer von Branchenradar laut Börse Express: Bewilligungsverfahren dauerten mittlerweile zwei bis drei Jahre, der behördliche Aufwand mache mehr als 15 Prozent der Errichtungskosten aus. Die Gewerkschaft Bau-Holz fordert laut demselben Bericht eine echte Zweckbindung der Wohnbauförderung und raschere Genehmigungsverfahren.
Bei den Krediten zeigt sich dagegen Bewegung. Das WIFO beziffert das Neugeschäft mit Wohnbaukrediten auf rund 18 Milliarden Euro, 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Bauleistung habe darauf „bislang nicht reagiert“. Erwartet wird eine verzögerte Belebung des Wohnbaus.
Sanierungsförderung überholt die Neubauförderung
Bei den Fördermitteln hat sich das Gewicht verschoben. Die Länder gaben 2025 für die Sanierung 740 Millionen Euro aus, zusammen mit der Umweltförderung des Bundes flossen 2,3 Milliarden Euro in die Wohnhaussanierung. Das liegt deutlich über den Ausgaben für die Neubauförderung. Die Sanierungsoffensive 2027 bringt 321 Millionen Euro für die thermische Sanierung, dazu laut Börse Express 179 Millionen für den Kesseltausch. Der Fachverband verlangt, dass die Finanzierung auch über 2027 hinaus gesichert ist.
Der Ausblick
Das WIFO rechnet in seiner Prognose vom 14. Oktober mit einem Rückgang der Bauinvestitionen um 0,6 Prozent für 2026 und einem Plus von 1,0 Prozent für 2027. Das wäre der erste Zuwachs seit fünf Jahren. Mehr zur Lage der Bauwirtschaft und den Baukosten lesen Sie in unserer Analyse. Der Baukostenindex für den Wohnhaus- und Siedlungsbau lag im August laut Statistik Austria vorläufig um 5,3 Prozent über dem Vorjahreswert.
Wer ein Eigenheim plant, findet die Bedingungen der Länder in unserem Überblick zur Wohnbauförderung 2026. Für die konkrete Finanzierung sind Bank, Förderstelle des Landes oder unabhängige Fachleute die richtigen Ansprechpartner.
Häufige Fragen
Wie viele Wohnungen wurden 2025 in Österreich bewilligt?
Laut Wohnbauförderungsstatistik von Fachverband und IIBW rund 47.800 Wohneinheiten, um 3 Prozent weniger als 2024. Statistik Austria nennt vorläufig 47.636 Wohnungen und ein Minus von 3,7 Prozent.
Wie hoch waren die Ausgaben der Wohnbauförderung 2025?
Sie stiegen um 7 Prozent auf 2,68 Milliarden Euro. Gefördert wurden 19.800 Wohneinheiten, davon 14.600 im Geschoßwohnbau und 5.200 Eigenheime.
Wann kommt die Trendwende bei den Baubewilligungen?
Das ist offen. IIBW und Fachverband erwarten für 2026 minus 7 bis 8 Prozent. Branchenradar hält laut Börse Express eine breite Trendwende ab 2028 für möglich. Beides sind Prognosen.
Quellen
- Fachverband Stein- und keramische Industrie: Wohnbauförderungs- und Baubewilligungsstatistik 2025, OTS (28.10.2026)
- Handwerk+Bau: Wohnbau, Bewilligungen sinken, Förderausgaben steigen (28.10.2026)
- Handwerk+Bau: Baubewilligungen auf Tiefststand (02.11.2026)
- immobilien investment: Baubewilligungen auf neuem Tiefstand, aber Förderungen steigen (29.10.2026)
- Immobilien Redaktion: Wohnbauförderung 2025, mehr Geld, weniger Wohnungen (01.11.2026)
- Statistik Austria: Baubewilligungen (aktualisiert 27.10.2026)
- Immobilien Redaktion: Baubewilligungen Q2 2026, erneut minus 7,7 Prozent (13.10.2026)
- Immobilien Redaktion: Wohnbau 2026, die Kredite kommen zurück, die Krane nicht (12.10.2026)
- Börse Express: Österreichischer Wohnbau, 47.800 Genehmigungen und ein Drittel unter dem Schnitt (28.10.2026)
- WIFO: Konjunkturprognose 3/2026 (14.10.2026)
- Statistik Austria: Baukostenindex August 2026 (15.09.2026)



